
Menschliches und Mystisches im Bellevue
Der Künstler David Werthmüller feierte letzten Mittwoch im Ittiger Restaurant Bellevue seine Vernissage. Persönliches und emotionales Engagement spiegelt sich in den Skulpturen, die derzeit Blickfang und Kunstkomponenten im Restaurant Bellevue in Ittigen sind.
Mystisch
Ihr Schöpfer, der Künstler David Werthmüller sagt: «Sie haben etwas mystisches und menschliches zugleich. Durch ihre akzentuierte Vertikale erzeugen sie eine kaum auszuhaltende Spannung und strahlen trotzdem Ruhe und Gelassenheit aus».
Die Hingabe des Künstlers zu seiner Arbeit und das Suchen nach der Vollkommenheit lassen die Skulpturen als persönlich geprägte, aussagekräftige und lebendige Werke auf die Betrachter wirken.
Keine Erschöpfung
Werthmüllers Formenreichtum scheint noch nicht erschöpft, seine Sinne sind wach um seine phantasievolle, poetische Welt mit immer neuen «Geschöpfen» zu bereichern. Erworbene Kenntnisse helfen ihm, neben grosser Begabung und der Affinität für Ästhetik, Sinn, Form und Material zu verbinden. Keinem Original verpflichtet, sondern einzig seiner Fantasie und den gestalterischen Ideen, gelingt es ihm, «schlichter Schönheit» Form zu verleihen.
Die Gastgeber vom Bellevue Ittigen, Jan La Porte und Lecco Woo, freuen sich mit dem Künstler David Werthmüller auf rege Besuche, der bis Ende 2008 geöffneten Ausstellung.
smo
Dr phil. Martin Kraft 2.Sept.04
Ein längerer Aufenthalt in Afrika hat David
Werthmüller geprägt, und auch ohne dieses Vorwissen mögen seine Figuren charakteristisch für den schwarzen Kontinent erscheinen, wo man immer wieder solche hochaufragenden schlanken Gestalten in der Landschaft stehen sieht. Es sind Hirten mit ihrem Stab, oder Jäger mit ihrem Speer, wobei diese Attribute die Dynamik der Vertikalen akzentuieren, die ihrerseits mit der inneren Ruhe dieser Menschen kontrastiert. Nun, man muss sich natürlich bei der Interpretation solcher <typisch> afrikanischen Skulpturen sehr davor hüten, in wohlfeile Klischees zu verfallen. Schliesslich handelt es sich bei ihnen nicht um eine reproduzierte, sondern um eine neu geschaffene Wirklichkeit, um Spiegelungen unserer eigenen Existenz, wie sie ist oder wie wir sie uns wünschten, in diesem Gleichgewicht zwischen Ruhe und Bewegung wie ausserhalb der Zeit stehend.
Peter Tschanz, 3018 Bern (2004)
David Ulrich Werthmüller kreiert berührende Eisen-Figuren.
Gut und gerne bis zu 40 produktive Arbeitsstunden dauert die Herstellung einer geschweissten Eisenplastik von rund 20 Kilo Gewicht. Immer und immer wieder trägt der gelernte Maschinenmechaniker David U. Werthmüller (35) Schichten verschiedener Materialien wie Kupfer, Bronze, Glas oder Acryl auf das aus Armierungseisen bestehende "Grundgerüst" auf.
So entstehen vielfältige spontane Figuren, die in ihrer Form stark an Werke des Bündner Künstlers Alberto Giacometti (1901-1966) erinnern. "Mit dem Druck und der hohen Temperatur der Flamme aus dem Schweissgerät zu "jonglieren" und herum zu fabulieren ist etwas, was mich ungeheuer fasziniert und mich wie in einer anderen Welt tätig sein lässt", erklärt der zielstrebige Plastiker, der vor seinen künstlerischen Tätigkeiten unter anderem als Zeichenlehrer, Sahara-Durchquerer, Abenteurer und moderner "Nomade" tätig war. Als Buschauffeur arbeitet der ehemalige "Lädere-Stift" heute Teilzeit damit genug Zeit zum Ausleben regelmässig auftretender, "kreativer Schübe" bleibt.
Ausstellung vorbereiten
"Ich verschwende keine Minute mit Gedanken an Menschen und Situationen die ich nicht mag"oder "Anstatt auf alles mit dem gleichen Muster zu reagieren, konzentriere ich mich mit Elan auf das, was ich in Zukunft erleben möchte". Das sind zwei bemerkenswerte Leitsätze aus der philosophischen Denkweise von David U. Werthmüller (D.U.W.) der momentan, zusammen mit seinem malenden, älteren Bruder Stefan, eine Ausstelllung in der Galerie für zeitgenössische Kunst "Die Halle"(Langnau am Albis) vorbereitet. Hier ging bereits vor drei Jahren eine viel beachtete Gruppen-Ausstellung in Szene. Einzel-Ausstellungen bestritt der Freiheit liebende D.U.W. vor vier Jahren im Historischen Museum Bern ("Skulpturen im Park") und im Bundesamt für Flüchtlinge in Wabern.
Höchstmass an Ausdruck
"Gewisse Elemente, wie der angedeutete Schmuck und die Körperhaltung, erinnern an Bilder aus Afrika" schreibt "Der Bund" in einer Abhandlung über die ausdrucksstarken Skulpturen Werthmüllers in einer Berner Galerie. Und: "Dies sollte jedoch die Werke nicht aufs Exotische reduzieren; vielmehr haben sie eine fast archaisch anmutende Allgemeingültigkeit. Der Glaube an die Würde des Menschen findet in ihnen einen sprechenden Ausdruck." Ob kleinformatig – wenige Zentimeter – oder lebensgross: Stets verhilft der Künstler seinen auf den ersten Blick simplen Figuren zu einem Höchstmass an Ausdruck. Mit einem gewissen Stolz nimmt der BERNMOBIL-Mitarbeiter zur Kenntnis, dass seine massiven und doch äusserst zerbrechlich wirkenden "Kupferkönige" ein humanitäres Grundprinzip in zeitloser Form wiedergeben.
Zeitung "Der Bund " vom 16.März 2002
Die Skulpturen von David U. Werthmüller haben eine raumgreifende Präsenz. Inhalt der Arbeiten ist immer der Mensch. Bereits in früheren, kleinformatigen Eisenplastiken findet der Künstler durch Vereinfachung der menschlichen Gestalt zu einem Höchstmass an Ausdruck. Die vielfarbige Behandlung der Oberflächen steigert sich in den Skulpturen aus Kupferblech dank raffinierter Emailtechnik zu einer Gesamtwirkung von erlesener Kostbarkeit. In Kombination mit dem stolzen Charisma der Haltung ist man versucht, auf diese Werke das Attribut königlich anzuwenden. Gewisse Elemente, wie der angedeutete Schmuck und die Körperhaltung, erinnern an Bilder aus Afrika. Dies sollte jedoch die Werke nicht auf's Exotische reduzieren; vielmahr haben sie eine fast archaisch anmutende Allgemeingültigkeit. Der Glaube an die Würde des Menschen findet in ihnen einen sprechenden Ausdruck. Es kann daher nicht überraschen, dass das Bundesamt für Flüchtlinge in Wabern im Jahr 2000 den Künstler zu einer Einzelausstellung eingeladen hat. Werthmüller drückt in seinem Werk ein humanitäres Grundprinzip in zeitloser Form mit zeitgemässen Materialien aus.
Magazin "Accrochache" vom Juni 2001
Junge Künstler machen sich Bemerkbar
Die Galerie «Die Halle" in Langnau am Albis zeigt vom 9. Juni bis am 14. Juli 2001 Skulpturen und Bilder in Öl von David und Stefan Werthmüller. Die beiden Brüder, der eine Maler, der andere Plastiker, arbeiten im gemeinsamen geräumigen Atelier in Thun. So entstehen im
Laufe der Jahre im gleichen Raum zwei unterschiedliche Lebenswerke und es ist interessant,die gegenseitige Beeinflussung zu beobachten. Welche Themen beschäftigen die beiden Künstler? Keine leichte Frage, lassen sie doch zugunsten einer grossen Assoziationsfreiheit illustrative Elemente weitgehend weg. Und doch ist figürlich Anmutendes offensichtlich. In den Ölbildern von Stefan Werthmüller sind es die antropomorphen Farbflecken. In den lebensgrossen Figuren, vor allem aber in den kleinen Metallplastiken von David Werthmüller wird der Betrachter an seine Wahrnehmung von menschlichen Gestalten in grosserer Entfernung erinnert. Details sind noch nicht zu erkennen, nur der Umriss lässt das Wahrgenommene einer menschlichen Erscheinung zuordnen. David Werthmüller holt diese "Gestalten am Horizont " in die Nähe, lässt ihnen aber ihre Kleinheit und widmet sich formal ganz der künstlerisch reichhaltigen Bearbeitung der Figurenoberfläche. Eine Reichhaltigkeit übrigens, die auch in den Bildern seines Bruders zu finden ist. Ein Universum an bezaubernden Formen und nuancierten Farbstrukturen. das sich da auf den phantastischen Bildoberflächen tumelt. Eine lockere Aufforderung, immer und immer wieder Augen und Seele ganz nahe in diesen felsig verwitterten Zaubergärten spazieren zu lassen, vom Alltag wegzutreten und mit weit geöffneten Sinnen sich diesem malerischen Reichtum hinzugeben.